Piercingschmuck gibt es in einer riesigen Auswahl angefangen bei dem einfachen Ohrstecker oder Ohrring über das klassische Barbell bis hin zum „Tunnel Piercing“ oder auch „Flesh Tunnel“. Zusätzlich zu den unterschiedlichen Formvarianten der Piercings gibt es noch den Piercingschmuck auch noch in so ziemlich jeder erdenkbaren Farbe mit und ohne Verzierung in Form von Schmucksteinen, Mustern oder Gravuren.
Piercing Erstschmuck nach dem Stechen
Das Erstpiercing darf auf keinen Fall aus jedem beliebigen Material bestehen, da es hier zu extremer Schädigung der Gesundheit kommen kann.
In den Stichkanal für das Piercing dürfen nur wenige Materialen als Erstpiercingschmuck eingesetzt werden und hier ist es ganz wichtig auch als Träger darauf zu achten, dass das „Piercing Studio“ sich an bestehende Gesetze innerhalb der EU und den Regelungen auf Landesebene hält.
Die EU-Richtlinen und Landesgesetze regeln grundsätzlich das Verhalten von bestimmten Stoffen in Zusammenhang mit dem Körper. Welche Stoffe überhaupt in den Kontakt mit offenen Wunden kommen oder in den Körper als Implantat eingesetzt werden dürfen. Hier geht es hauptsächlich um schädliche und giftige Stoffe, die allergische Reaktionen oder eine Schädigung der Gesundheit hervorrufen.
Piercingerstschmuck
Nicht jedes Piercingschmuckstück kann sofort im Stichkanal nach dem Ohrloch stechen getragen werden. Dies wird weitestgehend durch verschiedene Regelungen innerhalb der Europäischen Union und durch diverse Gesetze auf Landesebene bestimmt.
Jede Form von Piercingschmuck, die in Verbindung von Körperflüssigkeiten, wie dem Wundwasser im Stichkanal, Stoffe vermehrt abgibt oder eine chemische Reaktion eingeht, wie zum Beispiel das Rosten bei Silber. Silberstecker sind auf keinen Fall als Erstschmuck für eine offene Wunde, wie es der Stichkanal eines Piercings ist, geeignet. Durch die Wundflüssigkeit im Stichkanal fängt das Silber an zu rosten, welches im schlechtesten Fall bis hin zur Blutvergiftung (Sepsis) führen kann.
Alle Piercings aus organischen Materialien sind auch nicht für den Einsatz als Erstschmuck im Stichkanal geeignet, aufgrund leichter bis starker allergischer Reaktionen, zudem kann es bei organischem Material auch zu erheblichen gesundheitlichen Schädigungen durch Fremdstoffe kommen. Auch als Zweitschmuck sollte hier vorher unbedingt auf Allergien getestet werden, da es sonst zu Unverträglichkeiten und Krankheiten kommt.
Piercings aus Kunststoff oder auch Bioplastik sind auch nicht in jedem Fall als Erstschmuck nach dem Ohrloch stechen geeignet, denn auch hier kann es zur vermehrten Abgabe von schädlichen Stoffen oder chemischen Reaktionen kommen.
Welcher Piercingschmuck ist als Erstschmuck geeignet
Da viele Materialen durch Bestimmungen als Erstschmuck bereits verboten sind, ist die Auswahl an Piercingschmuck für das direkte Tragen nach dem durchstechen zwar klein, aber das sollte kein Problem sein, wenn einem die eigene Gesundheit am Herzen liegt.
Grundsätzlich sollte von dem „Piercing Studio“ oder dem Schmuckhändler nur Piercingschmuck aus Titan, im Idealfall der Klasse I und II, PTFE (Teflon), Implantanium , Niobium oder Plastastik eingesetzt werden.
Edelstahl der Sorte 316L und 316LVM, auch bekannt als Chirurgenstahl darf im Gegensatz zu der weitverbreiteten Meinung als Erstschmuck verwendet werden, sofern er nach ISO-5832-2 und nach ISO-Norm 1811 hergestellt und geprüft wurde. Das gilt nicht nur für den Edelstahl, sondern für jeden metallischen Werkstoff, der als chirurgisches Implantat eingesetzt wird. So regelt also auch die ISO-5832 den Einsatz von dem sehr beliebten und oft hochgelobten Titan.
In der angepassten EU-Regelung ISO-1811 geht es nicht mehr um den gesamten Anteil von Nickel im Material, sondern um die Abgabemenge an den Körper (Nickellässigkeit), die pro Woche an den Körper abgeben werden darf.
Gold ist zwar sehr hochwertig, allerdings als Piercingschmuck für nach dem Stechen nicht die beste Wahl, auch wenn dies oft empfohlen wird. Hier sollte man wirklich auf die oben aufgeführten Materialien setzen.
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